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Kiebitzschutz im Ohmbecken

Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel auf Feldern und Wiesen. Heute ist er – wie viele andere Feldvögel – aus der Agrarlandschaft weitgehend verschwunden und gehört zu den bedrohten Vogelarten.

Kiebitz-Männchen auf einer Wiese
Kiebitz-Männchen Foto: A. Trepte/www.photo-natur.de

Das Amöneburger Becken

Das Amöneburger Becken war bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts eines der bedeutendsten Kiebitz-Brutgebiete in Hessen. Um 1970 brüteten im Ohmbecken etwa 120 Paare, 2018 waren es nur noch drei. Dem Kiebitz fehlen die bis ins Frühjahr überstauten Feuchtwiesen entlang der Ohm und in den Feldfluren zwischen Amöneburg, Mardorf, Roßdorf und Schröck. Die Vögel weichen auf Äcker aus und sind dort den Gefahren der Bewirtschaftung ausgesetzt – und den Fressfeinden wie Fuchs, Waschbär und Marder.

Was wir tun

Helferinnen und Helfer bauen einen Elektrozaun am Acker

Schutzzäune und Brachflächen

Jedes Frühjahr baut die NABU-Gruppe Kirchhain mit vielen Helferinnen und Helfern Elektrozäune um Brutflächen in den Ohmwiesen bei Großseelheim. Landwirte stellen dafür Ackerflächen als Schwarzbrache zur Verfügung und erhalten einen Ausgleich über den Landkreis. Seit Beginn der Zaun-Aktionen hat sich die Zahl der Brutpaare mehr als verdoppelt.

Bericht vom Einsatz im März 2025

Foto: Winfried Kräling

Bundesprojekt Kiebitzschutz (2014–2019)

Der NABU führte im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt von 2014 bis 2019 ein Förderprojekt zum Kiebitzschutz in der Agrarlandschaft durch, in Abstimmung mit dem Thünen-Institut für Ländliche Räume. Erprobt wurden unter anderem „Kiebitzinseln“ (unbestellte Flächen in Äckern), eine verzögerte Maisaussaat und Gelegeschutz. Viele dieser Maßnahmen können Landwirte auch mit geringem Aufwand umsetzen; einzelne werden über den Vertragsnaturschutz gefördert.

Kiebitzgelege mit vier Eiern am Boden
Kiebitzgelege Foto: A. Trepte/www.photo-natur.de

Ansprechpartnerin: Michaela Weickelt, NABU Kirchhain

Stand: Hintergrund: 2019; Zaun-Aktion: März 2025