Viele Vogelarten siedeln sich gern in der Nähe des Menschen an. Turmfalken, Dohlen, Fledermäuse oder Schleiereulen nutzen Kirchtürme und andere Gebäude als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen. Bei Sanierungen werden jedoch oft Einfluglöcher verschlossen oder Taubengitter angebracht – dann stehen auch Spatz und Hausrotschwanz vor verschlossener Tür.

Mit der bundesweiten Aktion „Lebensraum Kirchturm“ setzt sich der NABU seit 2007 für die Sicherung dieser Nistplätze ein. Auch unsere Gruppen beteiligen sich: Wir nehmen Kontakt mit dem Pfarramt oder Kirchenvorstand auf, schauen uns den Turm gemeinsam an und prüfen, ob Einflugmöglichkeiten fehlen und wie die Quartiere verbessert werden können. Dann bringen wir Nisthilfen an – so entstehen Brutplätze, und der Innenraum des Turms bleibt sauber. Engagierte Kirchengemeinden werden mit Urkunde und Plakette ausgezeichnet.

Ein Beispiel aus Marburg: In den Türmen der Elisabethkirche leben Dohlen und Turmfalken, im Dachstuhl Fledermäuse – und seit 2013 brütet dort der Uhu in einem Nistkasten der NABU-Gruppe Marburg.